Reformation in Tübingen

500 Jahre Reformation

Europäischer Stationenweg macht Halt in Tübingen

Auf seiner Reise nach Wittenberg macht der Truck des Europäischen Stationenwegs Halt in Tübingen. Von Freitag 16. bis Sonntag 18. Dezember steht das über 16 Meter lange Gefährt an der Hermann-Hepper-Halle. Begleitet wird sein Aufenthalt mit einer Reihe von Veranstaltungen, die Tübinger Geschichten zur Reformation erzählen. [zum Programmflyer]

Reformation und Bildung gehören zusammen. Das zeigt sich besonders in der Universitätsstadt Tübingen. Deshalb steht der Begriff Bildung nicht nur auf den lila Plakaten, die auf den Europäischen Stationenweg hinweisen, ganz oben. Er zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm, das der Evangelische Kirchenbezirk, die Evangelisch-Theologische Fakultät, das Evangelische Stift und die Stadt Tübingen gemeinsam auf die Beine gestellt haben.

Podiumsdisgespräch mit Ministerpräsident und Landesbischof

Gleich am Freitagabend um 18.30 Uhr, eine Stunde nachdem der Reformationstruck in Tübingen angekommen ist, unterhält sich ein prominent besetztes Podium im Evangelischen Stift zum Thema „Bildung und Religion – Freiheit inklusive“. In den Mauern der „Pflanzstätte schwäbischen Geistes“ moderiert SWR-Redakteur Holger Gohla ein Gespräch zwischen dem Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Dr. h.c. Frank O. July, dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, dem evangelischen Religionspädagogen Professor Dr. Friedrich Schweitzer sowie der Leiterin des Tübinger Geschwister-Scholl-Gymnasiums Cornelia Theune.

Tübinger Reformationsgeschichten an sieben Stationen

Am Samstag, 19. Dezember, erzählen ausgewiesene Fachmänner- und Frauen die Geschichte der Reformation in Tübingen an sieben Stationen. Im Evangelischen Stift gewähren Studierende des Stifts ab 10 Uhr Einblicke in die vorreformatorische Geschichte des ehemaligen Augustinerklosters, in dem Luthers Beichtvater Johann von Staupitz gewirkt hat. Eine Stunde später und hundert Meter neckarabwärts erinnert der Kirchengeschichtler Tobias Jammerthal vor der Alten Burse an Luthers wichtigsten theologischen Weggefährten Philipp Melanchthon, der in Tübingen lebte und studierte. Im Chor der Stiftskirche fanden gleich mehrere für die Reformation wichtige Persönlichkeiten ihre letzte Ruhstätte, unter ihnen Jakob Andreä. Professor Dr. Wilfried Setzler erklärt um 12 Uhr, was es mit Andreä und seiner so genannten „Konkordienformel“ auf sich hat.

Am Nachmittag, um 14 Uhr zeigen Studierende des Evangelischen Stifts, wie sich die Einführung der Reformation in Tübingen abgespielt haben könnte. Anhand der Originalprotokolle rekonstruieren sie szenisch unter anderem eine Begegnung von Abgesandten des Rates mit Pfarrern des Amtes Tübingen. Im Stadtmuseum richtet Professor Dr. Jörg Robert um 15 Uhr den Focus auf einen Kritiker der Reformation und bietet damit einen Ausblick auf die kommende Ausstellung des Museums über den Humanisten, Philosophen und Juristen Johannes Reuchlin. Stadtarchivar Udo Rauch berichtet um 16 Uhr im Rathaus, welche Rolle das zentrale Amtsgebäude und andere Orte in Tübingen im Zusammenhang mit der Reformation gespielt haben. Als siebte und letzte Station öffnet um 17 Uhr die Alte Aula in der Münzgasse 10 ihre Türen. Professor Dr. Sabine Holtz nimmt dort die Reformation der Tübinger Universität in den Blick, deren selbstbewusste Professoren es dem Reformator Ambrosius Blarer nicht leicht gemacht haben.

Den Samstag beschließt um 20 Uhr eine Motette in der Tübinger Stiftskirche. „Das sych wunnder alle welt“ – diese Zeile aus einem Adventslied Martin Luthers steht als Motto über der geistlichen Musik des 16. und 17. Jahrhunderts zum Advent, die Organist Jens Wollenschläger, das Ensemble GeorgsVokal und das Johann-Walter-Consort für Alte Musik zu Gehör bringen.

Reformationstruck mit multimedialem Innenraum

All diese Tübinger Reformationsgeschichten werden in Bild und Ton dokumentiert und den Begleitern des Reformations-LKW übergeben. Während seines Aufenthalts in Tübingen können sich Besucher im Innern des Trucks multimedial diejenigen Reformationsgeschichten anschauen, die Tourmanager Johannes Göring und seine Volunteers auf ihrem bisherigen Weg bereits gesammelt haben. Und man kann dort auch eigene Reformationsgeschichten erzählen.

Am Sonntagmorgen, 18. Dezember, werden die Begleiter des Reformationstrucks in einem Gottesdienst um 9.30 Uhr in der Stiftskirche verabschiedet. Und um 10 Uhr macht sich das Gefährt mit seinen gesammelten Reformationsgeschichten auf den Weg nach Crailsheim.

Tübingen ist die 19. Stadt auf dem Europäischen Stationenweg. Insgesamt bereist das Reformationsmobil 67 Städte in 19 europäischen Ländern. Die 25.000 Kilometer lange Reise begann am 3. November in Genf und endet am 20. Mai in der Lutherstadt Wittenberg.

Veranstaltungen im Kirchenbezirk bis Januar 2017

Ob Kinderbibeltage in Mössingen oder Ringvorlesung im Kupferbau, ob Männerabend in Gomaringen oder Orgelkonzert in der Stiftskirche – alle diese Veranstaltungen haben zwei Dinge gemeinsam: Sie alle finden in und um Tübingen statt, und sie alle feiern ein Ereignis: 500 Jahre Reformation. [zum Flyer]

Als Luther die Gnade Gottes entdeckte, da fühlte er sich, als wäre er „durch offene Türen ins Paradies selbst eingetreten“.  Diese Freiheitserfahrung war von da an Luthers Lebensthema. „… da ist Freiheit“ lautet deshalb das Motto der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für das Jahr des Reformationsjubiläums 2017.

Luthers Person und seine Botschaft sind in den kommenden Monaten das Thema zahlreicher Veranstaltungen im Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen. Damit man auf einen Blick sehen kann, was in und um Tübingen in Sachen Reformationsjubiläum los ist, gibt es einen Flyer. Zunächst für die ersten drei Monate des Jubiläumsjahres, Dezember bis Februar, dann gibt es eine Fortsetzung. Für jeden ist etwas dabei: Fest-, Familien-, und Jugendgottesdienste, Konzerte, Vorträge, Bibelabende, Kinderbibeltage, ein Theaterstück oder ein Nachtcafé.

Und: Das Geschichtenmobil des Europäischen Stationenweges macht vom 16. bis 18. Dezember Halt in Tübingen. Zu dem 16 Meter langen Truck gibt es ein vielfältiges Begleitprogramm. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Landesbischof Frank Otfried July kommen dann nach Tübingen und diskutieren im Evangelischen Stift mit weiteren Gästen über „Bildung und Religion“.

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