Pfarrer Schaber-Laudien wird Militärseelsorger

Der Ofterdinger Pfarrer Bernhard Schaber-Laudien wird zum 1. Oktober Militärpfarrer im nordbadischen Hardheim. Er ist dann einer von rund 100 evangelischen Seelsorgern in Deutschland, die Soldaten der Bundeswehr und deren Familien begleiten.

„Ich freue mich auf viele spannende Begegnungen mit Soldaten quer durch alle Ränge“, sagt der Seelsorger im Blick auf die neue Aufgabe. Die Entscheidung, den Schritt in die Militärseelsorge zu gehen, stand am Ende eines längeren Prozesses, berichtet Schaber-Laudien. Auslöser war ein Treffen mit ehemaligen Studienkollegen vor rund zwei Jahren. Einer davon war Militärpfarrer. „Als der von seinem Dienst erzählt hat, sind meine Ohren immer größer geworden“, erzählt der Ofterdinger Pfarrer. Es folgten weitere Gespräche mit anderen Militärseelsorgern. Schließlich nahm Schaber-Laudien Kontakt mit Militärdekan Ralf Zielinski in München auf, der ihn auf die Stelle in Hardheim aufmerksam machte.

Den endgültigen Ausschlag gab dann eine Hospitation bei besagtem Studienkollegen am Bundeswehrstandort in Füssen. Drei Tage begleitete der Ofterdinger Pfarrer den Militärseelsorger. Auch im so genannten Lebenskundlichen Unterricht der Soldaten, in dem ethische Themen und Fragen der Lebensführung behandelt werden, war er mit dabei. „Was mir da begegnet ist, war weit weg von allen Klischees“, berichtet Schaber-Laudien. Statt beispielsweise eine rechtslastige politische Gesinnung vorzufinden, habe er dort erfahren, was Soldaten bewegt: der Umgang mit Extremsituationen im Dienst, die Anerkennung in der Gesellschaft oder persönliche Krisen wie eine Trennung. „Ich habe gemerkt, dass es mich reizen würde, die Soldaten mit ihren Lebensfragen zu begleiten“, sagt Schaber-Laudien im Rückblick.

Neben den Soldaten betreut ein Militärpfarrer auch deren Familien. Die evangelischen Soldaten und deren Angehörige bilden sozusagen eine eigene Kirchengemeinde mit dem Seelsorger als Gemeindepfarrer. Als Militärpfarrer wird Bernhard Schaber-Laudien Bundesbeamter auf Zeit. Für zunächst sechs Jahre stellt ihn die Evangelische Landeskirche in Württemberg dafür frei. Der Seelsorger wird Angehöriger der Bundeswehr, ist aber nicht in ihre Hierarchie eingebunden. Im Einsatz trägt er einen Feldanzug mit einem Kreuz anstelle eines Dienstgradabzeichens.

Aufgewachsen ist Bernhard Schaber-Laudien in Geroldsweiler im Kreis Freudenstadt. Weil er sich nach dem Abitur dazu entschied, Theologie zu studieren, musste er weder Wehr- noch Zivildienst leisten. Personen, die sich auf ein „geistliches Amt“ vorbereiten, sind laut Gesetz von der – inzwischen ohnehin ausgesetzten – Wehrpflicht befreit. Nach seinem Studium in Tübingen und Straßburg arbeitete der heute 50-Jährige ein Jahr als Jugendreferent beim Südwestdeutschen Jugendverband „Entschieden für Christus“ (EC) und ein halbes Jahr „als Hilfsarbeiter“, wie er schmunzelnd sagt, beim Küchentechnik-Anbieter Rieber in Reutlingen. Aus heutiger Sicht interessant: Das Unternehmen fertigt unter anderem Edelstahl-Feldküchen für die Bundeswehr. 1998 begann der Theologe sein Vikariat in Eningen unter Achalm, anschließend war er drei Jahre lang Referent beim Dekan in Backnang. Es folgte das Gemeindepfarramt in Frommern bei Balingen, bevor der Seelsorger vor zehn Jahren nach Ofterdingen kam.

Bernhard Schaber-Laudien ist verheiratet. Seine Frau Veronika und er haben vier Kinder, zwei davon sind schon erwachsen. Der passionierte Läufer hat bereits sieben Mal die Marathondistanz hinter sich gebracht. Ansonsten arbeitet er in seiner Freizeit gern handwerklich, insbesondere mit Holz.

Geschrieben von Andreas Föhl am 09.06.2019.