Pfarrerinnen und Pfarrer auf der Hochzeitsausstellung

Der Evangelische Kirchenbezirk Tübingen war gestern mit einem eigenen Stand auf der Hochzeitsaustellung im Tübinger Sparkassen Carré vertreten. Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Kirchenbezirk hatten Gespräche und Begegnungen mit zukünftigen Ehepartnern und deren Eltern.

„Weil Sie so freundlich sind, nehm ich eine“, sagt der junge Mann und steckt die Broschüre über die kirchliche Trauung in die Tasche. Er ist mit seiner Freundin auf der Tübinger Hochzeitsausstellung „Du & Ich“ unterwegs. Zwischen Brautkleidanbietern, Juwelieren, Fotografen und Floristen hat das Paar den Stand des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen entdeckt und ist stehen geblieben. Der junge Mann ist sich sicher, dass er sich nicht kirchlich trauen lassen will. Seine Freundin sieht das möglicherweise anders, jedenfalls schaut sie ihn an und sagt nichts.

Es sind Gespräche wie diese, die drei Pfarrerinnen und zwei Pfarrer aus dem Kirchenbezirk Tübingen auf der Hochzeitsmesse führen. Obwohl es Sonntag ist und die Geistlichen morgens oder abends Gottesdienste halten, nehmen Sie sich die Zeit für eine Standschicht auf der Ausstellung. Manche Besucher schauen nur, manche bleiben stehen und manche lassen sich auch einladen. Auffällig viele Heiratswillige haben ihre Eltern oder zukünftigen Schwiegereltern mit dabei. Die berichten im Gespräch mit dem Pfarrer von ihren eigenen Erfahrungen damals, manchmal auch von Schwierigkeiten. Etwa, dass der orthodoxe Priester sich geweigert habe, mit dem katholischen Amtsbruder zusammen die Traugottesdienst zu feiern, oder dass die evangelische Pfarrerin aus persönlichen Gründen die Trauung an ihren Vikar delegiert habe.

Auffallend oft ist die Ökumene Thema der Gespräche. Dass man innerhalb der eigenen Konfession heiratet, ist heute kein Kriterium mehr bei der Wahl des Ehepartners. „Lassen wir uns katholisch oder evangelisch trauen, und was ist überhaupt der Unterschied?“ überlegen zwei, von denen er katholisch und sie evangelisch ist. Eine anderes Paar fragt: „Wir sind beide katholisch, wollen aber in einer evangelischen Kirche heiraten, geht das?“. Die Pfarrerinnen und Pfarrer am Stand der Kirche wissen Bescheid und können weiterhelfen. Und wer möchte bekommt ein kleines Bändchen mit Trau-Predigten mit auf den Weg – sozusagen zur Einstimmung.

Geschrieben von Andreas Föhl am 15.01.2018.