Musikalisches Finale zum Reformationsjubiläum

Der Reformator Martin Luther war ein begeisterter Musiker, dem die Kirchenmusik entscheidende Impulse verdankt. Kein Wunder, dass Stiftskirchenkantor Ingo Bredenbach es zum Reformationstag am 31. Oktober musikalisch krachen lässt. Der Höhepunkt des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ wird mit drei Konzerten und einem Festgottesdienst gefeiert.

„Im wahrsten Sinn Musik mit Pauken und Trompeten“, verspricht Ingo Bredenbach für die Motette am 28. Oktober, dem Samstag vor dem Reformationstag. Ab 20 Uhr erklingen in der Stiftskirche zwei Kantaten, die Johann Sebastian Bach seinerzeit eigens für das Reformationsfest geschrieben hat: die Nummern 80 und 79 im Werkeverzeichnis des Meisters „Ein feste Burg ist unser Gott“ und „Gott der Herr ist Sonn und Schild“. Unter Bredenbachs Leitung musizieren die Kantorei der Stiftskirche, die SopranistinSusan Eitrich, die Altistin Anneka Ulmer, der Tenor Daniel Tepper, der Bass Johannes Fritsche sowie die Camerata viva Tübingen.

Am Reformationstag Dienstag, 31. Oktober, spielt die Musik bereits im Gottesdienst um 10 Uhr in der Stiftskirche eine wichtige Rolle. Der Posaunenchor Tübingen und die Kantorei der Stiftskirche gestalten mit festlichen Werke von Johann Pachelbel, Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn den Gottesdienst, in dem Dekanin Elisabeth Hege die Predigt hält. Stiftskantor Ingo Bredenbach begleitet die Gemeinde an der Orgel.

Musikalischer Höhepunkt des Reformationsjubiläums ist dann am gleichen Tag das Sinfoniekonzert „500 Jahre Reformation“. Um 17 Uhr erfüllt Otto Nicolais Festouvertüre „Ein feste Burg ist unser Gott“ die Stiftskirche. Es folgt ein Konzert für Orgel, Streicher und Pauken von Francis Poulenc. Zum „krönenden Abschluss“, so Ingo Bredenbach, erklingt Felix Mendelssohn „Reformationssinfonie“. Unter Bredenbachs Leitung spielen die Camerata viva Tübingen und Jens Wollenschläger an der Orgel. Das Sinfoniekonzert am Reformationstag sei „ein Geschenk an die Bürgerinnen und Bürger“, betont der Kantor der Stiftskirche. Wie alle Konzerte in der Festwoche koste auch das Sinfoniekonzert keinen Eintritt. Dies sei nur möglich, weil die Evangelische Gesamtkirchengemeinde, der Evangelische Kirchenbezirk und die Stadt Tübingen das Konzert bezuschussten, erklärt Bredenbach.

Zum Abschluss der Reformationstags-Festwoche ist am Samstag, 4. November, um 20 Uhr der Landesjugendchor Baden-Württemberg unter der Leitung von Morten Schuldt-Jensen zu Gast in der Stiftskirche. Im Rahmen der Motette und unter der Überschrift „Es ist das Heil uns kommen her“ singt der junge Chor unter anderem Werke von Heinrich Schütz, Johannes Brahms und Heinz Werner Zimmermann. Begleitet werden die jungen Sänger von Ingo Bredenbach an der Orgel.

Geschrieben von Andreas Föhl am 24.10.2017.