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Infotag der Diakonie- und Sozialstationen am 15. Juli

Die Arbeit in der ambulanten Pflege ist attraktiv. Davon ist Cornelia Weber, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Tübingen, überzeugt. Deshalb will sie am kommenden Samstag, 15. Juli, mit einem Informationstag über das Arbeitsfeld informieren. Zwischen 11 und 14 Uhr stellen sich im Haus der Kirche (Hechinger Straße 13) 14 Diakonie- und Sozialstationen aus dem Landkreis Tübingen sowie die Mathilde-Weber-Schule für Altenpflege vor. Der Titel der Veranstaltung ist gleichzeitig eine Einladung: „Ambulante Pflege – Steigen Sie (wieder) ein!“

Im Vorfeld des Infotages hat Cornelia Weber zum Pressegespräch eingeladen. Mit dabei sind drei Leiterinnen von umliegenden Diakonie-Sozialstationen und Willi Schreyeck. Der Chef der Agentur für Arbeit in Reutlingen weist auf die gute Beschäftigungssituation in der ambulanten Pflege hin. „Der Bedarf ist sehr hoch“, sagt Schreyeck. Kämen bei anderen Berufen durchschnittlich drei Bewerber auf eine freie Stelle, so sei das Verhältnis in der ambulanten Pflege eins zu eins: jeder freien Selle stehe nur ein Bewerber oder eine Bewerberin gegenüber. Das bedeute, „im Pflegebereich kann man sich den Arbeitgeber aussuchen“, so Schreyeck, und man habe eine „interessante, vielfältige und sinnstiftende Aufgabe“.

Grund für die guten Beschäftigungschancen sei der demografische Wandel, erklärt Cornelia Weber. Immer mehr Menschen würden immer älter. Der Bedarf an Pflegekräften wachse deshalb stetig. 70 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen würden zuhause gepflegt, weiß die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks. Derzeit pflegten und versorgten die rund 460 Mitarbeitenden der Dakonie- und Sozialstationen im Landkreis Tübingen etwa 2.700 Menschen – Tendenz steigend. Gesucht würden nicht nur Pflegefachkräfte, sagt Weber. Auch andere Berufsgruppen kämen für den ambulanten Pflegedienst in Frage wie beispielsweise medizinische Fachangestellte, Haus- und Familienpfleger, Rettungskräfte oder Ergotherapeuten.

Auch Menschen ohne Ausbildung könnten in die ambulante Pflege einsteigen, ergänzt Gabriele Mötzung, Geschäftsführerin der Diakoniestation Härten. Die Diakonie- und Sozialstationen bilden auch aus. Drei Jahre dauere die Ausbildung zur Altenpflegerin oder zum Altenpfleger. Nach dem ersten Ausbildungsjahr sei man Altenpflegehelferin oder -helfer und arbeite schon in der ambulanten Pflege mit.

„Die ambulante Pflege ist ein sehr anspruchsvoller Arbeitsbereich mit hoher Verantwortung“, sagt die Dienststellen- und Pflegedienstleiterin der Diakonie-Sozialstation Mössingen-Bodelshausen-Ofterdingen Cornelia Schmidt. „Wir legen deshalb großen Wert darauf, unsere Pflegekräfte gut auszubilden“, beton Schmidt. Auch Menschen, die nach einer Pause von mehreren Jahren wieder in den Pflegeberuf einsteigen wollten, bekämen „eine sehr intensive Einarbeitungsphase“, verspricht die Pflegedienstleiterin. Bezahlt werde nach Tarif. Was die ambulante Pflege besonders attraktiv mache, seien die flexiblen Arbeitszeiten. Wie viel und wann gearbeitet werde, könne gut an die jeweilige Lebensphase angepasst werden. Mütter könnten beispielsweise vormittags von 8 bis 12 Uhr auf Pflegetour gehen, wenn der Nachwuchs in der Schule oder im Kindergarten ist.

Um in der ambulanten Pflege zu arbeiten und von Haus zu Haus unterwegs zu sein, braucht man einen Führerschein. Aber es geht auch ohne, weiß Christine Singer, Pflegedienstleiterin der Tübinger Sozialstation Vinzenz von Paul. In ihrer Einrichtung gibt es zwei Wohngemeinschaften mit demenziell erkrankten und jüngeren Menschen, die zuhause nicht mehr versorgt werden können. Auch für ihre Betreuung werden Mitarbeitende gesucht.

Geschrieben von Andreas Föhl am 11.07.2017.


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