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Ein Leuchtturm in der Kliniklandschaft

Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Dr. hc Frank Otfried July hat am gestrigen Sonntag gemeinsam mit dem Sozialminister des Landes Baden-Württemberg Manne Lucha den Neubau der Tübinger Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus eingeweiht. Zuvor bat der Landesbischof in einem Gottesdienst, den er gemeinsam mit der Tübinger Dekanin Elisabeth Hege gestaltete, um Gottes Segen für die Arbeit in dem 90-Betten-Neubau.

Die Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert, stehe in einer langen Tradition christlicher Krankenhäuser, die bis ins dritte und vierte Jahrhundert nach Christus zurückreiche, erinnerte July in seiner Predigt. In der Klinik, die neben der Tropenmedizin auf Alters- und Palliativmedizin spezialisiert ist, werde die „Christusliebe erlebbar“, so der Bischof. Dr. Gisela Schneider, die Direktorin des Deutschen Instituts für ärztliche Mission e.V. (Difäm), von dem die Tropenklinik getragen wird, sagte, die Klink habe den Auftrag, „Gottes heilendes Handeln sichtbar zu machen“. „Gott geht mit diesem Krankenhaus ins nächste Jahrhundert“, war sich die Medizinerin sicher.

 

In seinem Grußwort zur Einweihung des neuen Klinikgebäudes nannte Landesbischof July das Subsidiaritätsprinzip eine „Erfolgsgeschichte“. Das Prinzip besagt, dass die Wohlfahrtspflege in Deutschland möglichst von freien Trägern wahrgenommen werden soll. Der Bischof sprach sich für die Zusammenarbeit von Staat und christlichen Trägern aus. „Wir wollen als Kirche und Diakonie unseren Beitrag für die Gesellschaft leisten“, betonte July. Der Glaube sei zwar „etwas sehr Persönliches aber keine Privatsache“. „Der Glauben drückt sich im öffentlichen Leben aus“, sagte der Landesbischof.

 

Manne Luche, der Minister für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg, nannte die Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus einen „Leuchtturm“ innerhalb der Kliniklandschaft Baden-Württembergs. Mit ihrer Spezialisierung auf die Bereiche Tropenmedizin, Geriatrie und Palliativmedizin mache die Klinik ein „Angebot, das Sinn macht für die Gemeinschaft“. Die Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus sei ein Vorbild für kleine Krankenhäuser, die ums Überleben kämpfen. „Sie sind ein Beispiel dafür, wie es gemacht werden kann“, lobte der Minister. „Mit dem Neubau ist die Klinik für kommende Herausforderungen bestens gerüstet“, war Lucha überzeugt.

 

Landrat Joachim Walter nannte die Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus einen „Meilenstein in der Versorgungs- und Hilfelandschaft“ und ein „großes Privileg“ für den Landkreis Tübingen. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer lobte die gelungene Umsetzung des Neubaus auf dem Klinikgelände. Zusammen mit dem Altbau und den beiden dazwischenliegenden Mammutbäumen bilde das neue Gebäude ein „wunderbares Ensemble“, das sich harmonisch ins Stadtbild einfüge. Der Verwaltungsratsvorsitzende des Deutschen Instituts für ärztliche Mission e.V. (Difäm) Dr. Immanuel Stauch erinnerte an das weltweite Engagement des Klinik-Trägervereins. So setze sich das Difäm für eine erschwingliche Medikamentenversorgung in wirtschaftlich armen Ländern ein oder bilde Fachkräfte für den Einsatz in Afrika und Asien aus.

 

Die Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus geht auf den Christen und Unternehmer Paul Lechler zurück. Lechler initiierte 1916 den Bau eines Genesungsheims für Tropenheimkehrer. Träger war und ist bis heute das von Lechler zehn Jahre zuvor gegründete Deutschen Institut für ärztliche Mission. Heute ist die Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus zertifiziertes Kompetenzzentrum für Alters- und Palliativmedizin sowie die zweitgrößte Reise- und Tropenambulanz in Deutschland. Der 23 Millionen teure Neubau bietet laut Aussage der Klinik mit einem vergrößerten Raumangebot und modernster Diagnostik eine deutlich verbesserte Versorgung der Patienten.

Geschrieben von Andreas Föhl am 26.06.2017.


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