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Engagement, das Sinn macht

Am kommenden Samstag öffnet die Vesperkirche in Rottenburg zum letzten Mal in diesem Jahr ihre Türen. Drei Wochen lang war das evangelische Gemeindehaus am Neckarufer ein Gasthaus, in dem jeder willkommen war.

Dieser Einladung folgten auch in diesem Jahr wieder viele Menschen. Ältere, Alleinstehende, Ehepaare, Familien mit Kindern, psychisch belastete Menschen, Leute mit wenig Geld und Leute mit viel Geld. Für Mittagessen, Kaffee und Kuchen gab es keine festgelegten Preise. Jeder zahlte so viel, wie er konnte und wollte. Rund 4000 Essen sind seit dem 29. Januar ausgegeben worden, erzählt Heide Mattheis. Die ehemalige Vorsitzende des Kirchengemeinderats ist seit den Anfängen im Jahr 2008 mit dabei und organisiert die Vesperkirche zusammen mit Diakonin Susanne Mehlfeld.

Und auch für die Mitarbeitenden hat die Vesperkirche nichts an Attraktivität verloren. Über 120 Ehrenamtliche hielten den Betrieb mit großem Engagement am Laufen. Daneben halfen auch Schulklassen mit, zum Beispiel von der Carl-Joseph-Leiprecht-Schule. Neben der guten Gemeinschaft unter den Mitarbeitenden, nennt Diakonin Susanne Mehlfeld einen weiteren Grund, der anziehend wirkt: Die Mitarbeit in der Vesperkirche macht Sinn. „Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben etwas Sinnvolles gemacht“, habe eine Mitarbeiterin einmal gesagt, berichtet die Diakonin. „Wir haben für kirchliche Verhältnisse eine gute Männerquote“, sagt Heide Mattheis. Es habe auch Tage gegeben, an denen ein reines Männerteam in der Küche stand. Die Mitarbeitenden kommen nicht nur aus der Kernstadt sondern aus allen 18 Teilorten Rottenburgs. Und die Vesperkirche wird ökumenisch getragen. So helfen beispielsweise seit Jahren auch zwei katholische Nonnen mit.

Hat sich seit den Anfängen auch etwas verändert? „Früher waren mehr Kinder in der Vesperkirche“, erzählt Heide Mattheis, „aber die bekommen jetzt Essen in der Schule“. Anders ist auch, dass vereinzelt Flüchtlinge den Weg ins Gemeindehaus finden. Allerdings nur, erklärt Susanne Mehlfeld, wenn es bereits Beziehungen zwischen ihnen und einzelnen Mitarbeitenden der Vesperkirche gibt.

Daneben gibt es zahlreiche Menschen, die die Vesperkirche seit vielen Jahren besuchen. Diese „treuen Gäste“, wie Heide Mattheis sie nennt, sind dann sicher auch im nächsten Jahr wieder dabei.

Geschrieben von Andreas Föhl am 16.02.2017.


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