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Pfarrplan 2024: Kirchenbezirk verliert 5,5 Pfarrstellen

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg hat heute die Zielzahlen für den Pfarrplan 2024 bekannt gegeben. Demnach muss der Kirchenbezirk Tübingen bis zum Jahr 2024 seine derzeit 49,5 Pfarrstellen um fünfeinhalb Stellen auf 44 reduzieren. Das entspricht einem Rückgang von 11,1 Prozent und liegt unter dem landeskirchlichen Durchschnitt von 13,2 Prozent. Landeskirchenweit sieht der Pfarrplan eine Verringerung der Pfarrstellen von 1.666 auf 1.446 vor. Die Zielzahlen stehen unter dem Vorbehalt, dass die Landessynode sie Mitte März bestätigt.

Mit dem Pfarrplan 2024 begegnet die evangelische Kirche der demographischen Entwicklung der kommenden Jahre. Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Kirchenmitglieder von derzeit über zwei Millionen auf 1,66 Millionen sinken.

Gleichzeitig gehen mit den geburtenstarken Jahrgängen ab 2019 jährlich mehr Pfarrerinnen und Pfarrern in den Ruhestand als neue nachrücken. Bliebe die Zahl der Pfarrstellen konstant, müssten zahlreiche Stellen in Zukunft unbesetzt bleiben. Auch auf diese Veränderung reagiert der Pfarrplan.

Der Pfarrplan ist Teil der Personalstrukturplanung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Er verfolgt zwei Ziele: Zum einen soll die so genannte Pastorationsdichte – die Anzahl der Gemeindeglieder pro Pfarrstelle – weiterhin konstant gehalten werden. Sie liegt seit vielen Jahren bei durchschnittlich rund 1.600 Gemeindegliedern pro Pfarrstelle. Zum andern will man die Finanzierung des Pfarrberufs langfristig sichern. Auch wenn die Landeskirche im Moment von der positiven konjunkturellen Lage profitiert, ist ein Rückgang der Kirchensteuereinnahmen absehbar. 

Die konkrete Umsetzung des Pfarrplans liegt nun in der Hand der Bezirke. Der Kirchenbezirk Tübingen hat zu diesem Zweck bereits im letzten Herbst einen Sonderausschuss gebildet. In ihm sind Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Kirchengemeinderätinnen und -räte aller vier Distrikte des Bezirks vertreten. Der Ausschuss hat nun ein Jahr Zeit, ein Konzept für die Umsetzung des Pfarrplans zu erarbeiten, das im März 2018 von der Bezirkssynode verabschiedet wird. Die Konzeptionen aller 47 Kirchenbezirke der Landeskirche werden dann vom Oberkirchenrat geprüft und im Herbst 2018 von der Landessynode beschlossen. Anschließend haben die Kirchenbezirke sechs Jahre Zeit, um ihre Stellenverteilungskonzepte umzusetzen.

Die Umsetzung der heute bekannt gewordenen Zahlen bedeutet für den Kirchenbezirk Tübingen einen spürbaren Einschnitt. Die notwendigen Veränderungen zwingen dazu, alte und bewährte Wege zu verlassen und neue Wege im Pfarrdienst und in der Gemeindearbeit zu wagen, etwa neue Strukturen zu schaffen und stärker als bisher zusammen zu arbeiten.

Geschrieben von Andreas Föhl am 02.02.2017.


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