Heiligabend: „In dieser Nacht ein Stück Heimat erfahren“

Dekanin Elisabeth Hege (Foto: Martin Keidel)Die Weihnachtsgeschichte legte die evangelische Dekanin Elisabeth Hege in ihrer Heiligabendpredigt als Flüchtlingsgeschichte aus: „Vom ersten Atemzug an blüht diesem Kind ein Schicksal, das so viele Menschen teilen: ,Denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge‘“, sagte die Dekanin in der Christmette um 17 Uhr in der Stiftskirche.

Gleichzeitig zeige die Weihnachtsgeschichte auch die große Bewegung Gottes hin zu den Menschen, führte die Dekanin aus: „Vom Himmel hoch – zu denen, die tief unten sind.“ Der Schöpfer Himmels und der Erde wolle nicht für sich bleiben: „Sein Weg meint uns. Will bewegen, anstoßen, auch anrühren und uns auf den Weg bringen.“ Die Flüchtlingsgeschichte der Heiligen Familie zeige: „Gerade wer fremd geworden ist – auf Zeit, oder fremd auf Dauer – findet in der Weihnachtsgeschichte, findet in der Geschichte Jesu Raum“, sagte die Dekanin. Gleichzeitig fragte sie: Wie kann es sein, dass Zehntausende in unserm Land gegen Fremde auf die Straße gehen, mit Pegida, diesem merkwürdigen Sammelbecken – und das ausgerechnet mit Weihnachtsliedern?“ Umgekehrt zeigte sie sich dankbar, „dass es inzwischen auch immer mehr werden, die sich solcher Menschenfeindlichkeit entgegenstellen, nun erst recht mit Weihnachtsliedern und auf vielfältige andere Weise.“ Die Weihnachtsgeschichte mache deutlich: „Gott will, dass diese Erde Heimat werde, für alle Menschen. Dass sie dazugehören, ein Auskommen haben. Frieden. Freiheit und Würde“, so die Dekanin: Die Botschaft „macht auch uns zu Menschenkindern, denen Gott schenken möge, dass wir an diesem Abend, in dieser Nacht ein Stück Heimat erfahren.“

Viele Menschen ließen sich am Heiligen Abend faszinieren von den Krippenspielen und Christmetten: Im Kirchenbezirk Tübingen besuchten rund 35.000 Menschen einen evangelischen Gottesdienst. Als Besuchermagnet erwies sich einmal mehr die Tübinger Stiftskirche: Obwohl im Gemeindegebiet nur 3.200 evangelische Gemeindeglieder wohnen, feierten rund 4.500 Menschen die insgesamt vier Heiligabend-Gottesdienste mit. Auch der bestbesuchte Gottesdienst fand in der Stiftskirche statt: Rund 2.000 Menschen kamen um 17 Uhr zur Christvesper mit der Dekanin. Die Kollekte aus allen Gottesdiensten an allen Orten ging wie jedes Jahr an die evangelische Hilfsorganisation „Brot für die Welt“.


  

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