Bezirkssynode: Keine Kürzung bei Altenheimseelsorge

Diakonin Renate HaugDie halbe evangelische Diakonenstelle für Alten- und Pflegeheimseelsorge in Tübingen bleibt ohne Kürzung erhalten: Bei der Herbstsitzung der Bezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen am Montag, 25. November im Eberhardsgemeindehaus haben die 127 Delegierten aus allen Kirchengemeinden mit großer Mehrheit verhindert, dass die Stelle wie vor einem Jahr zunächst geplant von 50 auf 40 Prozent reduziert wird.

„Ich freue mich, dass ich Ihnen einen Änderungsvorschlag zum Diakonatsplan vorlegen kann, der dem Wunsch der Bezirkssynode Rechnung trägt“, sagte die Leitende Diakonin Renate Haug (Bild oben): Für übergemeindliche Projekt- und Schwerpunktaufgaben habe man vor einem Jahr 96 Stellenprozente eingeplant, die zur Hälfte vom Kirchenbezirk finanziert werden sollten. Mittlerweils habe sich gezeigt, dass davon nur 76 Prozent benötigt würden. Von der 20-prozentigen Einsparung profitiere der Kirchenbezirk wiederum zur Hälfte, damit könne die eigentlich ab 2014 geplante Kürzung der Diakonenstelle für Alten- und Pflegeheimseelsorge in Tübingen aufgehoben werden. Stelleninhaberin Martina Bosch-Gieseler ist als Seelsorgerin im Samariterstift im Mühlenviertel, im Christiane-von-Kölle-Stift und im Bürgerheim tätig. Die Geschäftsführerin im Diakonischen Werk Tübingen, Cornelia Weber, verwies in ihrem Bericht auf die noch offene „Frage, bis zu welchem Umfang die Alten- und Pflegeheimseelsorge im normalen Gemeindedeputat eines Pfarrers verortet werden kann und ab wann eine Gemeinde zusätzliche personelle Kapazitäten dafür braucht.“

Die von Kirchenbezirksrechner Matthias Röckle vorgelegte Jahresrechnung 2012 wurde von der Bezirkssynode einstimmig festgestellt: Der Bezirkskirchentag 2012 war mit 110.689,36 Euro um rund 16.000 Euro teurer als geplant. Trotzdem konnte Röckle 36.415 Euro den Rücklagen zuführen anstatt wie geplant 163.290 Euro zu entnehmen – Grund dafür waren vor allem vorübergehend unbesetzte Personalstellen. Der Haushaltsplan 2014 für den Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen mit einem Gesamtvolumen von 7.948.890 Euro wurde von der Synode beschlossen. Das entspricht einer Steigerung von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den größten Teil davon gibt der Kirchenbezirk für die Arbeitsfelder Diakonie (32 Prozent), Jugendarbeit (26 Prozent), Seelsorge und Psychologische Beratung (26 Prozent), Bildung (13 Prozent) und Kirchenmusik (zwei Prozent) aus.

Die Kirchensteuereinnahmen der Landeskirche hätten sich in den vergangenen sechs Jahren U-förmig entwickelt, erklärte Röckle: Das Kirchensteueraufkommen von 595 Millionen Euro im Jahr 2008 sei zwei Jahre später infolge der Wirtschaftskrise auf 531 Millionen Euro zurückgegangen, mittlerweile aber wieder auf 596 Millionen Euro im Jahr 2012 angestiegen. Für 2014 habe die Landessynode eine einmalige Sonderausschüttung in Höhe von zehn Millionen Euro beschlossen, davon erhielten die Kirchengemeinden des Bezirks Tübingen insgesamt 412.000 Euro oder 4,77 Euro pro Gemeindeglied. Außerdem erhöhe sich der Verteilbetrag an die Gemeinden um fast sechs Millionen Euro, von denen die Gemeinden des Bezirks Tübingen sogar überproportional profitierten, weil die Gemeindegliederzahlen hier kaum und jedenfalls weniger rückläufig seien als im Durchschnitt der Landeskirche. Diese Erhöhung des Verteilbetrags um 3,48 Prozent sei aber auch dringend nötig aufgrund der gestiegenden Personal- und Sachkosten, zum Ausgleich von Zinswenigereinnahmen sowie für die Gebäudebewirtschaftung und -substanzerhaltung.

Die kirchlichen Wahlämter seien zeitlich und inhaltlich sehr anspruchsvoll geworden, sagte Dekanin Elisabeth Hege in ihrem Bericht. Umso erfreulicher sei es, dass in allen Kirchengemeinden des Bezirks genügend Kandidierende für die Wahl zu den Kirchengemeinderäten gefunden werden konnten, sodass am kommenden Sonntag überall ein neuer Kirchengemeinderat gewählt werden könne.

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 26.11.2013.