Bezirksopfer für japanische Schwesterkirche

Dr. Harald Kretschmer

Den Wiederaufbau in Japan wollen die 46 evangelischen Kirchengemeinden des Bezirks Tübingen mit ihrem diesjährigen so genannten Bezirksopfer unterstützen. Einem Beschluss der Evangelischen Bezirkssynode Tübingen vom 11. Juli zufolge soll die Kollekte aus jeweils einem Gottesdienst in jeder Gemeinde der japanischen United Church of Christ (UCC) zufließen.

„Die United Church of Christ mit ihren 100.000 Mitgliedern leidet extrem mit ihrem Heimatland mit“, erklärte der Tübinger Landessynodale Dr. Harald Kretschmer (Bild links oben) in seiner Antragsbegründung: Sie bitte deshalb um Spenden zum Wiederaufbau von Kindergärten und Schulen, für Stipendien für Waisen sowie zur Vorbeugung von Selbsttötungen älterer Menschen. Bis 2015 wolle die UCC dafür selbst 12,5 Millionen US-Dollar aufbringen. 15 Millionen US-Dollar erbitte sie innerhalb dieses Zeitraums von Schwesterkirchen außerhalb Japans. Bislang habe sie 1,2 Millionen US-Dollar erhalten. „Ich bitte darum, dass auch unser Kirchenbezirk – wie schon häufig – über seine Binnenprobleme hinausschaut und ,Kirche für andere’ ist“, warb Kretschmer.

In einer alternativen Abstimmung hatte sich die Bezirkssynode damit gegen den Antrag von Schuldekan Hans-Joachim Heese entschieden, der für Bildungsgerechtigkeit in Kindergärten geworben hatte: Mit dem Bezirksopfer als Startkapital wollte er einen Fonds einrichten, aus dem Kinder aus sozial schwachen Familien finanzielle Unterstützung bei Ausflügen und Unternehmungen bekommen sollten. Unter dem Stichwort „Müsli für alle“ wollte er zudem jeden Kindergarten mit einem Sack Müsli ausstatten, der auch hungrig eingetroffenen Kindern ein vollwertiges Frühstück sichern sollte. Die Bezirkssynodalen begrüßten Heeses Vorstoß dennoch und ermunterten ihn, Müsli-Produzenten als Sponsoren für sein Projekt zu gewinnen.

Das so genannte Bezirksopfer wird jährlich an einem Sonntag in allen Gottesdiensten der 46 evangelischen Kirchengemeinden des Bezirks zugunsten eines von der Bezirkssynode bestimmten Projektes eingesammelt. Dabei kommen in der Regel rund 8.000 Euro zusammen. In den vergangenen Jahren ging die Kollekte an Seelsorgeprojekte im Kirchenbezirk Tübingen sowie an die Tübinger Bahnhofsmission.

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 12.07.2011.


  
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