Mehr Evangelische durch Zweitwohnungssteuer

Matthias Röckle

Die finanzielle Situation der Kirchengemeinden werde sich aufgrund der demografischen Entwicklung und gesellschaftlicher Veränderungen in den kommenden Jahren verschlechtern. Dies erklärte der stellvertretende Leiter der Kirchlichen Verwaltungsstelle Tübingen, Matthias Röckle, am Montag, 29. November bei der Sitzung der 127-köpfigen Bezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen im Eberhardsgemeindehaus.

Röckle vertrat den erkrankten Bezirksrechner Martin Schüßler.

„Erfreulich ist, dass durch die Einführung der Zweitwohnungssteuer im Stadtgebiet Tübingen zahlreiche evangelische Gemeindeglieder ihren Nebenwohnsitz in einen Hauptwohnsitz umgemeldet haben und damit die Gemeindegliederzahl insgesamt um 381 zugenommen hat“, erklärte Röckle. Ohne diesen Zuwachs habe es schon im Jahr 2011 größere Einschnitte geben müssen. Der Kirchensteuer-Verteilbetrag der Landeskirche an die Kirchengemeinden solle zwar bis zum Jahr 2014 stabil bleiben. Wegen steigender Personal- und Gebäudeunterhaltungskosten seien in den kommenden Jahren zum Ausgleich der Haushalte einzelner Kirchengemeinden aber erhebliche Rücklagenentnahmen sowie der Einsatz von Kollekten, Spenden und freiwilligen Gemeindebeiträgen nötig.

Der Haushaltsplan 2011 für den Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen mit einem Gesamtvolumen von 7.242.960 Euro wurde von der Synode beschlossen. Die Kirchenbezirksumlage 2011 bleibt mit 24,25 Euro pro Gemeindeglied konstant, wegen der gestiegenen Gemeindegliederzahlen erhöht sich deren Gesamtsumme gegenüber dem Vorjahr aber um 9.450 Euro auf insgesamt 2.107.550 Euro. Den größten Teil davon gibt der Kirchenbezirk für die Arbeitsfelder Diakonie (31 Prozent), Jugendarbeit (27 Prozent), Seelsorge und Psychologische Beratung (25 Prozent), Bildung (15 Prozent) und Kirchenmusik (zwei Prozent) aus. Neu in den Haushaltsplan aufgenommen wurde eine halbe Personalstelle, die – befristet bis 2012 – ein Projektbüro für den geplanten Bezirkskirchentag betreuen soll: Vom 18. bis zum 20. Mai wird in Tübingen ein großer Kirchentag stattfinden, zu dem Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer bereits jetzt alle 46 Kirchengemeinden und die interessierte Öffentlichkeit einlud.

Der Tübinger Landrat Joachim Walter stellte sein Grußwort vor der Bezirkssynode unter den Leitspruch „Keiner darf verloren gehen“. „Wir arbeiten gut zusammen“, rief er den Synodalen zu. Als Beispiel nannte er die vom Landkreis mitfinanzierte kirchliche Erziehungsberatung.

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 30.11.2010.


  
 Programm der Tübinger Motette zur Internetseite der Webmailberatung  Link zur Info-Seite Kircheneintritt zur Internetseite der Familienbildungsstätte