Zum Tode von Hermann Müller

Kreuz mit Kerze

Im Jahr 1975 gehörte er zu den Gründern der Diakoniestation Mössingen und selbst im Ruhestand und im hohen Alter war er noch mit Leidenschaft für sie tätig: Hermann Müller, der ehemalige Leiter der Kirchlichen Verwaltungsstelle Tübingen und Kirchenbezirksrechner, ist am vergangenen Dienstag, 12. Januar im Alter von 98 Jahren in Tübingen verstorben.

„Mit seiner humorvollen Art konnte er gewinnend auf Leute zugehen“, erinnert sich Willi Junger, Müllers früherer Stellvertreter in der Kirchlichen Verwaltungsstelle Tübingen: „Auch wenn einer mal bissle schräg daherkam, konnte Hermann Müller noch gut mit ihm umgehen.“ Mit seinem Verhandlungstalent habe Müller auch in der Zusammenarbeit mit Bürgermeistern und  bürgerlichen Gemeinden „immer einen guten Boden bereitet“ für Projekte wie die Diakoniestationen, die ihm besonders am Herzen gelegen hätten. In vielen Kirchengemeinden sei die Erinnerung an den Kirchenverwaltungsfachmann auch deshalb noch sehr lebendig, weil der sich um jede einzelne Gemeinde so intensiv gekümmert habe, „dass nur ja keine zu kurz kommt“. Dabei habe er sich so für seine Arbeit engagiert, dass er auf viel Freizeit verzichtet habe.

Am 10. Mai 1911 im sächsischen Plauen im Vogtland geboren, engagierte sich Hermann Müller als Jugendlicher im Christlichen Verein junger Menschen (CVJM) Plauen und in der christlichen Pfadfinderschaft. 1930 trat er beim Evangelischen Gemeindeverband Plauen in den kirchlichen Verwaltungsdienst ein. Nach seiner Einberufung zum Kriegsdienst und der anschließenden Kriegsgefangenschaft wurde Müller im Oktober und November 1945 zunächst als Bürofachkraft im Entlassungslager Sulzbach an der Murr (Rems-Murr-Kreis) eingesetzt. Danach schlug er sich als Hilfsarbeiter, Versicherungsvertreter und kaufmännischer Angestellter durch, bevor er 1952 als Kirchenpfleger in Ravensburg wieder in den kirchlichen Dienst zurückkehrte. 1956 übernahm er die Leitung der damals neu eingerichteten Kirchlichen Verwaltungsstelle Ravensburg, 1967 wechselte er in gleicher Funktion nach Schwäbisch Gmünd und 1973 schließlich nach Tübingen, wo er zusätzlich auch noch Kirchenbezirksrechner wurde. Nach der Gründung der Diakoniestation Mössingen wurde er deren erster Geschäftsführer, auch in der Diakoniestation Härten engagierte er sich. Seinen Ruhestand trat Müller nach der Erinnerung Willi Jungers erst mehrere Jahre jenseits der eigentlich vorgesehenen Altersgrenze an und auch danach blieb er – teils auf Honorarbasis – weiter aktiv, vor allem in der Diakoniestation Mössingen.

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 15.01.2010.


  
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