Dekanin kritisiert schweizer Bauverbot für Minarette

Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer

Das Ergebnis der schweizer Volksabstimmung, bei der sich eine Mehrheit gegen den Bau von Minaretten in der Schweiz ausgesprochen hatte, hat die Tübinger evangelische Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer „mit Erstaunen“ zur Kenntnis genommen: „Ich hätte ein anderes Ergebnis erwartet.“

„Religionsfreiheit bedeutet ja auch Minderheitenschutz“, erklärte die Dekanin: „Deshalb halte ich es für falsch, in einem freien Land die Rechte von Muslimen einzuschränken, indem man ihnen pauschal verbietet, Minarette zu bauen.“ Gleichzeitig wies Dekanin Dr. Kling-de Lazzer darauf hin, dass christliche Gemeinden in muslimischen Ländern oft unterdrückt würden: „Natürlich würden wir es uns sehr wünschen, dass christliche Gemeinden in muslimischen Ländern auch christliche Kirchen bauen dürfen. Das ist nicht überall der Fall. Aber gerade deshalb halte ich es für wichtig, dass die westlichen Länder beispielhaft vorleben, was sie unter Religionsfreiheit und Toleranz verstehen. Ein Pauschalverbot für den Bau von Minaretten passt nicht dazu.“

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 01.12.2009.


  
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