Neuer Andachtsraum in der BG-Unfallklinik eröffnet

Pfarrer Hermann Schubert bei der Eröffnung des neuen Andachtsraums in der BG-Unfallklinik (Foto: Kemmler)

Festlich sakral und doch in beeindruckender Schlichtheit präsentiert sich der neue Andachtsraum an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik (BG) in Tübingen, der am Dienstag, 10. November mit einem Festakt eröffnet wurde. Der 114 Quadratmeter große Raum bietet Platz für Gottesdienste und lädt ein zur stillen Einkehr und zum Gebet.

Gestaltet wurde der Andachtsraum vom Stuttgarter Künstler Lukas Derow.

Prägendes Element ist die blaue Glaswand mit stilisierten Elementen, die der Besucher beim Eintreten in den Andachtsraum erblickt. Ein kleines Fenster hinter der Glaskonstruktion bringt das Blau zum Leuchten, spielt mit Licht und Schatteneffekten. Auch die Stühle, erläuterte Lukas Derow, sind so angeordnet, dass der Besucher ins leuchtende Blau eintauchen kann.

Bergendes Zelt, heilsamer Ort – für den evangelischen Klinikseelsorger Pfarrer Hermann Schubert berühren sich in dem neuen Andachtsraum Himmel und Erde. Für ihn bildet das neue Angebot, das den bisherigen Raum der Stille ersetzt, eine Möglichkeit in die BG Unfallklinik hineinzuwirken, gleichzeitig aber auch das „Einbinden in das Geschehen im Haus“. Pfarrer Schubert betonte darüber hinaus die überkonfessionelle und interreligiöse Gestaltung des Andachtsraumes. Neben den christlichen Symbolen Kreuz und Tabernakel findet sich auch ein Tetragramm für den jüdischen Glauben und ein stilisierter Gibla-Pfeil, der für Muslime die Gebetsausrichtung nach Mekka angibt. Für Pastoralreferent Georg Gebhard, den katholischen Klinikseelsorger, ist der Andachtsraum ein Ort der Ruhe, der Klage, der Bitte und des Dankes. „Oder auch einfach ein Platz zum da sein dürfen“, wie Gebhard ausführte. Auch Diözesanbaumeister Dr. Heiner Giese sieht in dem Konzept einen Ort, „der tiefe existenzielle Erfahrungen erlaubt und schützt“.

Der Aufenthalt in einer Unfallklinik präge oft den weiteren Lebensweg der Patienten, erklärte Dr. Erwin Radek als Sprecher der Geschäftsführung des BG-Trägervereins. Menschen mit schweren Verletzungen wie Brandwunden oder Querschnittslähmung sind Alltag in der BG. Angehörige und Patienten befänden sich in Krisensituationen. Neben Pflege und Betreuung sei daher mitmenschliche und mitfühlende Unterstützung geboten. „Dies findet sich auch im Leitbild der Klinik wieder“, meinte Radek. Der Andachtsraum bilde einen Gegenpol zur Betriebsamkeit einer Unfallklinik, biete eine Möglichkeit zur spirituellen Einkehr. „Viele Patienten benötigen Beistand über das Medizinische hinaus“, ergänzte der Ärztliche Direktor der BG, Prof. Dr. Kuno Weise.

Werner Kemmler im Auftrag des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 12.11.2009.


  
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