Kirchenbezirkspartnerschaft Kamerun

Zweite Delegationsreise 2007

Dekanin unterzeichnet Partnerschaftsvertrag mit Kirchenbezirk in Kamerun

Dekanin Dr. Kling-de Lazzer in Kamerun

 

Besucht hatten Tübinger und Kameruner Christen einander schon je zweimal. So sind aus Fremden mittlerweile Freunde und Partner geworden, vor allem aber Brüder und Schwestern: Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer und Dekan Samuel Fonki haben am 8. Januar in Douala (Kamerun) einen Partnerschaftsvertrag unterzeichnet zwischen dem Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen und dem Kirchenbezirk East Mungo South der Presbyterianischen Kirche Kameruns.

Interkulturelles und ökumenisches Lernen ist eines der Ziele, die Dekanin Dr. Kling-de Lazzer mit der Partnerschaft verbindet. Dazu hatten die elf Tübinger Delegationsmitglieder während ihrer jüngsten Kamerun-Reise vom 27. Dezember bis zum 10. Januar reichlich Gelegenheit: Die Gottesdienste in den fast immer übervollen Kirchen können durchaus auch dreieinhalb Stunden dauern, dazu erscheinen die Gottesdienstbesucher in ihren allerbesten Gewändern, sie singen, tanzen und klatschen. Wenn nötig wird auch eine Ananas oder ein Bügeleisen im Gottesdienst versteigert, die vorher als Spende abgegeben worden waren. Dabei seien die Tübinger überall so offen, fröhlich und herzlich empfangen worden, dass es ihnen ans Herz gegangen sei, berichtet Pfarrerin Andrea Stübler aus Rottenburg.

Schon im Jahr 2001 hatten die beiden Kirchenbezirke erste Kontakte aufgenommen. Dabei konnten sie an die traditionell guten Beziehungen zwischen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der Presbyterianischen Kirche Kameruns anknüpfen, die aus dem Engagement der Basler Mission in Kamerun seit dem 19. Jahrhundert resultieren. Bei ihren Austauschbesuchen wollen sich die Partner künftig in Workshops gemeinsam mit Bibelauslegung und Bibliodrama, aber auch mit Musik und Jugendarbeit beschäftigen. Jeweils am 18. Sonntag nach Trinitatis feiern beide ihren jährlichen Partnerschaftssonntag mit Gottesdiensten in gegenseitiger Verbundenheit. Mit den im Tübinger Kirchenbezirk gesammelten Spenden soll ein Sekundarschulprojekt in Douala, der Bau einer Kirche in Foumban sowie ein Witwenfonds unterstützt werden. Zwei mitgereiste Lehrerinnen haben außerdem Brieffreundschaften vermittelt zwischen Schülern aus Rottenburg und aus Douala. Am dortigen Mother Teresa College absolviert derzeit eine junge Tübingerin nach ihrem Abitur ein Halbjahres-Praktikum: Lena Mirjam Bresch gibt Deutschunterricht für Schüler und für Lehrer. Sie ist offenbar sehr willkommen: Nur für sie haben die Gastgeber ein eigenes Häuschen gebaut.

Peter Steinle

Kamerun Gruppenfoto