Impuls / Predigt

Dem Guide vertrauen

Oberhof, Antholz, Ruhpolding – in der Reihenfolge werden dort jährlich die ersten Biathlon-Weltcups ausgetragen. Ich sitze gespannt vor dem Fernseher und verfolge die Rennen. Biathlon, sicher nicht nur mein Lieblingswintersport. Was fasziniert viele am Biathlon? Sportler verausgaben sich im Langlauf in der Loipe. Dann schießen sie mit einem Pulsschlag von 130 bis 140 Schlägen pro Minute auf kleinste Scheiben um dann gleich wieder weiterzufahren. Eine beeindruckende Leistung.

Weit weniger bekannt, aber noch beeindruckender ist Biathlon für sehbehinderte Menschen und Blinde. Die Athleten vertrauen während des Laufes buchstäblich blind einem anderen Skifahrer. Dieser Begleitläufer, Guide genannt, fährt im Abstand von ungefähr drei Metern vor dem Wettkämpfer. Er hat die Aufgabe, durch möglichst genaue Beschreibung der Strecke dem Läufer "das Auge zu ersetzen". Mit ein paar Worten gibt der Guide eine Beschreibung der Strecke an seinen Wettkämpfer weiter. Anstiege, Abfahrten und Kurven müssen genau angesagt werden. Der sehbehinderte oder der blinde Wettkämpfer ist also auf sein Gehör angewiesen. Er muss großes Vertrauen in seinen Guide haben.

So geht es mir mit meinem Glauben an Gott: Gott ist mein Guide. Ich sehe ihn zwar nicht. Aber ich bekomme durch das Vertrauen in den unsichtbaren Gott Mut und Stärke, unterschiedliche Situationen in meinem Leben zu meistern. Egal, ob ich mich gerade auf einer Abfahrtstrecke befinde, mein Leben läuft, ob ein Anstieg bevorsteht mit Herausforderungen unterschiedlicher Art, oder ob ich gerade eine Kurve durchfahre und in meinem Leben eine Richtungsänderung ansteht.

Unser Leben gleicht einer Biathlonstrecke. Wir sind die Wettkämpfer. Auch wenn wir uns alleine im Leben fühlen. Wir sind es nicht. Wir haben Gott als Guide an der Seite. Er begleitet uns, auf unseren Wegen. Die Bibel erzählt von Josua, der die große Aufgabe hatte, das Volk Israel durch die Wüste ins gelobte Land Israel zu führen. Einen Weg, auf dem manches gut lief, es aber auch viele Schwierigkeiten und Richtungsänderungen gab. Gott hat Josua einen entscheidenden Satz mitgegeben. Diesen möchte ich Ihnen weitergeben für die Wegstrecken, die in der neuen Woche vor Ihnen liegen: Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst (Josua 1,9).

Jugendreferent Andy Klooz, Evangelisches Jugendwerk Tübingen

Geschrieben am 18.01.2019


  

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