Impuls / Predigt

Wer hat das letzte Wort?

Angela Schwarz, Leitende Jugendreferentin im CVJM Tübingen

Wenn ich morgens die Zeitung aufschlage, beginne ich hinten mit der Werbung. Die berührt mich nicht so. Dann die Todesanzeigen. Manche machen mich sehr betroffen. Wie schlimm ist es, wenn ein Mensch nur so kurz leben durfte. Und was ist mit denen, die zurückbleiben? Für die Nachrichten aus aller Welt brauche ich einen Kaffee. China und die USA befinden sich auf Konfliktkurs. Putin droht Europa und den USA mit Vergeltung. Die Großmächte dieser Welt sind auf Konfliktkurs. Und wir: mittendrin. Verunsicherung keimt in mir auf.

Gott sei Dank ist morgen Ostern. Weltweit werden sich Christinnen und Christen zurufen: Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden. Ein frommer Wunsch? Gewiss nicht.

Seit über 2.000 Jahren bezeugen Menschen, dass es diesen Christen-Gott gibt. Sie erfahren ihn in ihrem Leben: Totkranke werden geheilt. Zerstrittene Ehepaare finden wieder zusammen. Lang ersehnte Kinder werden geboren. Drei Beispiele, die mir aktuell begegnet sind.

Es sind Zeichen und Wunder, die Gott bezeugen. Sie zeigen: Gott hat die Macht den Tod zu überwinden. Seine Liebe zu seiner Welt und zu uns Menschen ist stärker als jeder Hass und alles Böse. Christus, der Auferstandene, verspricht: Weil ich lebe, werdet ihr auch leben. (Johannesevangelium 14,19)

Die Mächtigen in Jerusalem wollten Gott unter die Erde bringen. Aber sie brachten ihn unter die Menschen. Und hier wirkt er jeden Tag. Im Kleinen wie im Großen. Das ist eine Glaubenserfahrung und tiefe Gewissheit. Die wünsche ich jeder und jedem, die oder der am Leben und dieser Welt zweifelt oder sogar verzweifelt. Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden.

Die Osterbotschaft verändert meinen Blick auf das Weltgeschehen. Was diese Welt und jeder Mensch braucht ist Hoffnung. Hoffnung auf Zukunft. Und die fängt im Kleinen, die fängt bei mir an. Angetrieben von Gottes Kraft mache ich den ersten Schritt. Ich bitte um Vergebung. Ich helfe Menschen, die in Not sind. Ich bete für Menschen und für diese Welt. Ich bin mir sicher, dass Gott mit dieser Welt noch etwas vorhat. Putin hat nicht das letztes Wort. Trump auch nicht. „He‘s got the whole world in his hands“; so heißt es im Refrain eines über 100 Jahre alten Spirituals. Im Deutschen: Er hält die ganze Welt in seinen Händen. Gut, wenn ich spätestens an Ostern daran erinnert werde: Unser Gott lebt. Mit ihm auch ich. Das ist das letzte Wort.

Angela Schwarz, Leitende Jugendreferentin CVJM Tübingen e. V.

Geschrieben am 09.04.2018


  

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