Impuls / Predigt

Ein goldenes Geschenk

In diesen Tagen gehen die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang zu Ende. Die letzten zwei Wochen waren mit Wettbewerben gefüllt.
Manche Wettbewerbe gingen aus, wie viele es vorausgesagt hatten. Andere lieferten den Stoff für die sprichwörtlichen olympischen Geschichten. So wie die der amtierenden Snowboard-Weltmeisterin, die die Goldmedaille im Super-G gewann. Auf Skiern, versteht sich. Wie die Geschichte der beiden führenden deutschen Bobteams der Damen: Während die Favoritinnen durch Verletzungen geschwächt waren und Platz vier erreichten, gelang es Mariama Jamanka und ihrer Anschieberin Lisa-Marie Buckwitz, zu Gold zu rodeln. Kaum jemand hatte den beiden vor den Spielen eine Medaille zugetraut.
Solche Überraschungssiege gehörten zum Zauber der Olympischen Spiele. Aus Außenseitern werden Sieger. Und sie lassen von dem einen, goldenen Tag träumen, der jedem widerfahren könnte. Sportreporter bemühen dann manchmal das biblische Bild von David und Goliath.
Damit spielen sie auf eine der ganz großen Geschichten des Alten Testaments an. David, der kleine Hirtenjunge, gewinnt den Zweikampf gegen den großen und mächtigen Krieger Goliath. So führt er die Israeliten zum Sieg gegen die Philister.
David ist nicht nur der Prototyp des Kleinen, der gegen die Großen gewinnt. Er führt uns auch vor Augen, welch überraschende Wendungen und Wege Gott in manche Leben legt. Nicht alle diese Geschichten sind so spektakulär wie die Geschichte Davids. Selten nur verändern sie den Lauf der Geschichte. Und doch erleben viele Menschen so etwas wie einen goldenen Tag, eine goldene Zeit in ihrem Leben. „Da bin ich bewahrt worden.“ „Da kam so viel Gutes in meinem Leben zusammen: das kann nicht nur von Menschen kommen.“ „Diese Fürsprecherin war einfach zur richtigen Zeit da.“ Im Nachhinein scheint es manchmal so sehr auf der Hand zu liegen, wann Gott gewirkt hat. Es ist aber auch eine Übung, danach zu fragen, was Gott wohl mit den Wendungen des eigenen Lebens bezweckt. Mancher betet dann mit den Worten des 86. Psalms, die David zugesprochen werden: „Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit.“ Diese Worte weisen in die Zukunft, ebenso wie in die Vergangenheit. Sie können helfen, Süßes in bitteren Zeiten auszumachen ebenso wie mutig einen neuen Schritt zu gehen oder zu lassen. Denn sie geben ihrem Beter ein goldenes Geschenk mit auf den Weg: Das Vertrauen.  

Pfarrerin Michaela Stock, ev. Kirchengemeinde Remmingsheim

Geschrieben am 22.02.2018


  

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